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6. Rennwochenende und Meisterschaftsläufe, Brünn, Mazaryk Ring 28.9.-30.9. 2007

Die Rennstrecke von Brünn stellt immer den Höhepunkt der Meisterschaft dar, weil diese Rennstrecke nicht nur Tradition hat, sondern auch im aktuellen Kalender der FIM vertreten ist und auch heuer wieder die aktuellen Läufe zur Superbike-WM und MotoGP dort ausgetragen werden. Ganz klar dass dort die Motivation besonders hoch ist, und man sich ein wenig auch an den Zeiten der Werksteams misst.

Ganz besonders attraktiv ist auch die Lage der Rennstrecke, eingebettet in einen Talkessel mit Höhenunterschieden von über 70 Metern und eigenem Golfplatz, von dem wir leider nichts haben.
Der Kurs ist sehr schnell und selektiv, dabei ist Motorleistung und Topspeed genauso wichtig wie ein perfektes Fahrwerk.

Und für den letzten Saisonlauf haben wir uns alle natürlich dementsprechend viel vorgenommen, schließlich hatte ja gerade in Brünn in Frühjahr unsere Misere begonnen und wertvolle Punkte verschenkt.
Alle 3 Motorräder wurden penibel gecheckt und revidiert und so kamen wir bereits Donnerstag Abend bei wenig erfreulichem Wetter in Brünn an.

Leider bot auch der Freitag kein besseres Bild, Regen bei nur 9°C und heftiger Sturm machten Trainingsfahrten nicht nur nahezu unmöglich, wir würden die Erkenntnisse aus dem Setup auch nicht für die beiden nächsten Tage brauchen können, das Sonnenschein und 20° vorausgesagt wurden. Und es kam auch genau so, strahlender Sonnenschein bei allerdings noch sehr bescheidenen Temperaturen.

Der Schock kam dann allerdings als die Motorräder zum warmlaufen aus der Box geschoben wurden. Ein wirklich netter Zeitgenosse hatte bei meiner Ducati am Vorabend am Cockpit herumgespielt und dabei die ganze Nacht die Zündung eingeschalten gelassen, was einen Totalausfall der gesamten Elektronik und ein aktivieren der Wegfahrsperre zur Folge hatte, also wieder jede Menge Arbeit zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt!

An dieser Stelle sei nun auch einmal der ATCY erwähnt, Österreichs beliebtester Streckensprecher, der keine Gelegenheit auslässt, um sich persönlich bei jedem einzelnen nach den News und dem Befinden zu erkundigen, danke an dieser Stelle für eine tolle ‚Ansprache’ während der Wochenenden! Wir alle merken erst dass uns etwas fehlt, wenn er nicht dabei ist, dann ist es nämlich verdammt ruhig im Fahrerlager.

Schließlich war es dann aber doch so weit und wir konnten alle drei Motorräder warmlaufen lassen und die Reifen mittels Heizdecken auf die 80°C Betriebstemperatur bringen.
Speziell an dieser Stelle unseren Dank an Günter Gahleitner und Harald Kissler von Bridgestone Österreich, die uns heuer mit optimalem Material versorgt haben!

Der Samstag war geprägt von den Testfahrten und Zeittrainings, die ich leider wegen einer Sehnenscheidenentzündung in meiner linken Hand nur sehr bedingt mitmachen konnte, umso erfolgreicher waren aber der Sepp und der Walter.
Für die beiden stand darüber hinaus ja auch das Rennen zum Bridgestone Cup in der Klasse Superbike auf dem Programm, bei dem es zwar leider nicht mehr um den Titelgewinn ging aber um das Rennen selbst. Und das gestaltete sich zu einem wahren Krimi, denn Sepp’s persönlicher Freund Mundl Jetschko wollte genauso siegen wie Peter Paukovitsch und so fuhren die 3 als ob es kein morgen mehr gibt! Die Führung wechselte andauernd und bis zur letzten Kurve war nicht klar, wer gewinnen würde – schließlich hatte der Mundl aber in einem Fotofinish die Nase vorne und siegte ganz knapp vor dem Sepp! Und der Walter auf 14 in den Punkten!

Am Abend wurde dann gefeiert, wir waren beim Michi zu seiner Geburtstagsfeier eingeladen, und das bedeutete hervorragendes Wiener Gulasch und Bier, die Box war zum bersten voll, danke Michi!

Am Sonntag standen die Rennen zur Ducati Challenge und zur österreichischen Staatsmeisterschaft Klasse Superbike auf dem Programm und der Sepp hat die Vorbereitung seiner Kawasaki selbst vorgenommen (naja hin und wieder muss ich ihm schon noch helfen......) und freut sich schon auf das Abschlussrennen.

Hatte der Walter gestern noch das Problem, dass ihm die Ducati in der Startaufstellung abgestorben war und er aus der Boxengasse starten musste, so stand er heute 2 Reihen vor mir in der Startaufstellung und der Start klappte problemlos. Womit er allerdings nicht gerechnet hatte war, dass er meine Hand so gut getaped hatte, dass ich mich Rang um Rang nach vorne kämpfte und ihn schließlich noch ausbremsen und knapp vor ihm durchs Ziel gehen konnte. Damit gab es die Ränge 9 und 10 für das Team und wichtige Punkte.

Der Sepp fuhr danach das Rennen zur österreichischen Staatsmeisterschaft Superbike, bei dem die Gegner teilweise sogar mit WM-Material antreten und somit ein Sieg fast unmöglich ist. Trotzdem war auch dieses Rennen spannend wie selten, der Sepp ging als undankbarer 4.-er mit nur 6 Zehntel Sekunden Rückstand auf den Sieger durchs Ziel, ganz starke Leistung!

Und ganz wie bei der Moto-GP wurden nach dem letzten Lauf innerhalb des Teams auch die Motorräder getauscht und getestet, schließlich will man zumindest jetzt wissen, womit der andere so zu kämpfen hatte, und es waren alle sichtlich begeistert.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei alle Sponsoren und Freunden, die uns diese Saison ermöglicht haben, recht herzlich bedanken!
Wir hatten sehr hohe, aber realistische Ziele, doch im Rennsport ist alles möglich und so hatten wir heuer leider nicht das nötige Quäntchen Glück um unsere Visionen trotz einiger Siege, auch in Meistertitel umzusetzen.

Ganz besonders möchte ich mich bei der Gerda, dem Sepp und dem Walter bedanken, die bei jeder Situation geschlossen hinter dem Team gestanden sind und so für ein tolles Klima gesorgt haben!

Ge’duc’te Grüsse, Robert, Sepp, Walter und Gerda

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